Nein zur Dopplung!

Meist ein gutes Dutzend steht, nicht nur in diesen Tagen, oft im Stundentakt, im Leipziger Zentrum im Kreis. In der Mitte wird etwas erklärt. Das ist nötig, denn die Auswärtigen (mitunter sogar Eingeborene) wundern sich über die einsame Säule, die am Nikolaikirchhof das Stadtbild prägt. Sie sollte nicht hier in den Himmel ragen, sondern das benachbarte Kirchendach mittragen.

Minuten später sind die Zuhörer klüger: eine gekrönte Säule aus dem Kirchenschiff ist auf dem Platz nachgebildet worden. Das Projekt des Leipziger Künstlers Andreas Stötzner trägt – bewusst an dieser Stelle – streitbare Gedanken des Jahres 1989 symbolisch aus der Kirche hinaus. Seit Jahren unübersehbar. Zwei Drittel der benötigten Mittel wurden durch Spenden von Bürgern, Unternehmen und Einrichtungen erbracht. Die künstlerische Lösung überzeugte, sie ist interpretierbar.

Leipzig hat also seit langem sein (Nach-) Denkmal, braucht kein zweites, nachdem jetzt wieder einige rufen. Nur: Wer soll bezahlen und spenden? Und wer möchte d a s ?

fragt Euer Lipsius

»Ein Geheimrezept dagegen gibt es wohl nicht«

Thomas Biskupek betreut die Internetseite »Juden in Sachsen«. Bela Braun sprach mit ihm über das Anliegen und die Notwendigkeit, gegen den latenten Antisemitismus, der auch bei uns nie völlig verschwunden ist, anzugehen.

Weiter lesen ››

»Reimteufel« forscht über Rabbiner Ephraim Carlebach

Im Oktober begeht Leipzig den 80. Todestag des Rabbiners und Schulgründers Ephraim Carlebach. Gedenkveranstaltungen sind noch nicht geplant. Es fehlt auch noch eine umfassende Aufarbeitung seines Lebens und Schaffens. Marco Helbig – bekannt unter seinem Künstlernamen »Der Reimteufel« – machte sich daran.

Weiter lesen ››

Kalenderblatt für Ernst Graul

Kurt Schneider erinnert an die Stationen des vor 130 Jahren Geborenen: SPD, KPD, KPD-Opposition. Inhaftierung 1933. Nach dem Krieg KPD, SED, Oberbürgermeister von Merseburg.

Weiter lesen ››

Herrmann und Käte Dunckers Briefe

Heinz und Ruth Deutschland haben in intensiver Forschungsarbeit über 3.600 Briefe und Postkarten des Ehepaars Herrmann und Käte Duncker deskribiert und kommentiert. Entstanden ist ein Printband mit einer beigelegten USB-Card. Unser Rezensent wertet das Ergebnis als Kompendium über die sozialistische Bewegung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.

Weiter lesen ››

Die jungen Wilden im Leipziger Schauspiel

Schillers »Räuber« und die Leipziger Bühnen – das war in den letzten 20 Jahren eine komplizierte Beziehung. Von der aktuellen Inszenierung scheint unser Rezensent begeistert.

Außerdem rekapituliert er das › Schiller-Kolloquium.

Weiter lesen ››

Max Reger-Festtage im Max-Reger-Jahr

Vor hundert Jahren starb der große Komponist, Dirigent, Organist und Pianist Max Reger. Werner Wolf würdigt, was aus diesem Anlass in Leipzig geschieht. Er moniert aber auch Versäumnisse, die eigentlich unverzeihlich sind.

Weiter lesen ››

»Kleine Friedensfahrt« in den Niederlanden

Zumindest gelernte DDR-Bürger können mit dem Namen etwas anfangen. Jetzt gibt es die auch in den Niederlanden. Ralf Fiebelkorn berichtet, wie es dazu kam und wie es verlief.

Weiter lesen ››