Die kleine Kneipe unter Strom

Wo das Leben noch lebenswert ist, sang mal ein Peter, der längst keine Kneipen mehr besuchen kann, denn sein Leben ist vorbei. Aber wir leben noch ... könnten also Bummeln. In Leipzig zählt man jetzt, von der Imbissbude bis zum Superrestaurant, fast 2100 Betriebe. 2016 eröffneten einerseits 343, andererseits machten 263 dicht. Die Szene bleibt in Bewegung, nicht jeder ist solide und gut ausgebildet. Einige scheiterten, weil es nicht nur mit dem Schnitzelbraten nicht klappte, sondern auch mit der Geschäftsführung haperte.

Unweit der Handwerkskammer feiert ein stilvolles, zünftiges Kellerlokal jetzt seinen 20. Geburtstag. Die gastronomieerfahrenen Betreiber, mit DDR-Lehrzeit, suchen händeringend junge Leute, die es ernst meinen mit diesem Beruf. Also nicht nur als Aushilfe für Gäste da sind, sondern richtig Koch oder Kellner lernen. Fehlanzeige! Jugendliche möchten am Wochenende lieber Party machen, und möglichst überhaupt nicht arbeiten. Ich hoffe, dieser Wunsch setzt sich nicht in allen Branchen und Berufen durch, denn dann wird es zappenduster in Leipzig, nicht nur in Kneipen. Der Not-Pizza-Service für die Party kann zwar manches, aber keinen Strom liefern.

Meint Euer Lipsius

Asylunterkunft – und nun?

Vor 15 Monaten schien alles klar: In Leipzigs vornehmes Waldstraßenviertel kommt eine Asylunterkunft. Ein ehemaliges Altenheim wurde dafür umgebaut. Im Dezember sollte es bezogen werden – es tat sich aber nichts. Jetzt soll es im April wirklich so weit sein. Nur: Die neuen Nachbarn werden im Ungewissen gelassen …
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»Alle großen Ideale scheitern an den Leuten.«

Bertolt Brecht, 1898 – 1956

Peer Gynt mit Schaumblasen

Peer Gynt in Leipzig – das hat Geschichte. Das Leipziger Schauspiel zeigt Ibsens gewaltiges Werk in einer Neuinszenierung, die unser Theaterkritiker nur als leer empfunden hat. Sein Fazit: Schade.
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Klinger und Lüpertz

Für die einen ist Markus Lüpertz ein Künstler-Genie, andere können solch ein Urteil nicht verstehen. Jetzt ist er wieder im Leipziger Museum der bildenden Künste zu erleben, gemeinsam mit Max Klinger, mit dem er sich auseinandersetzt. Unsere Rezensentin entscheidet sich wohl für »Genie«.
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